Wohntrend: Schwarz-Weiß

Wohntrend: Schwarz-Weiß

Schick, frisch und modern – so wirkt der schwarz-weiße Einrichtungsstil. Er gibt dem Raum ein Gesamtkonzept, innerhalb dessen Ihre persönliche Gestaltung so richtig zur Geltung kommt. Hierfür braucht es jedoch noch etwas mehr, als einfach nur schwarze und weiße Möbel und Deko-Gegenstände aufzustellen. Wie Sie mit diesem Stil eine rundum überzeugende Wirkung erzielen, dazu im Folgenden einige Tipps.

Großzügiges Wohnzimmer mit schwarzem Boden und weißen Möbeln

Bildquelle: scovad / Shotshop.com

Die Proportionen wahren

Wie hoch die jeweiligen Anteile der Grundfarben sein dürfen, hängt entscheidend von der Raumgröße ab. Ein großzügig bemessener Raum erhält durch einen schwarzen Bodenbelag, gemischt schwarze und weiße Möbel und eventuell eine einzelne schwarze Wand einen markanten Charakter. Bei kleineren Räumen wirkt zu viel Schwarz jedoch beengend. Hier sollten Boden und Wände sowie die großen Möbel wie Tisch, Sofa und Wohnwand in Weiß gehalten sein. Schwarze Kontraste setzen in diesem Fall kleine Möbelstücke – Stühle, vielleicht der Couchtisch, ein Sideboard oder ein Fernseh- bzw. Musikanlagenschrank – sowie Accessoires wie Sofakissen und Lampen. Wem das immer noch zu viel Schwarz ist, der kann stattdessen zu einem dunklen Anthrazitton greifen. Das strömt die gleiche Eleganz aus wie hartes Schwarz, wirkt aber etwas wärmer und weniger dominant. Auch eine Kombination von Schwarz, Grau und Weiß ist möglich; in diesem Fall sollte entweder Grau oder Weiß die dominante Farbe sein.

Wärme durch Holz und raue Texturen

Schwarz-weißes Design wirkt eher kühl. Das ist durchaus erwünscht, kann jedoch im Übermaß ungemütlich wirken. Einen warmen Kontrastpunkt setzen einzelne Oberflächen in einem honigfarbenen Holzton, beispielsweise Parkett oder eine Wohnwand. Ebenfalls auflockernd wirkt es, wenn nicht alle schwarzen und weißen Einrichtungsgegenstände glatt lackiert sind. Raue Texturen strahlen ebenfalls Wärme aus – beispielsweise eine schwarz-weiß gemusterte Sofadecke aus Wolle, ein Kerzenleuchter aus Gusseisen oder ein Tisch, bei dem unter der schwarzen bzw. weißen Lasur noch die Holzmaserung zu sehen ist.

Minimalistisch eingerichtetes Schlafzimmer in Schwarz-Weiß

Bildquelle: XtravaganT / Fotolia.com

Farbakzente gezielt einsetzen

Zur schwarz-weißen Grundgestaltung machen sich einige wenige Farbakzente gut: Bilder, Lampen, Sofakissen oder Dekoration in einer leuchtenden Farbe. Hierbei sollten Sie die Akzentfarbe sorgfältig auswählen, je nach gewünschtem Gesamteindruck. Gold oder Silber wirken edel, wenn sie sehr sparsam eingesetzt werden – größere Mengen Gold dagegen können überladen wirken, größere Mengen Silber oder Chrom frostig. Blau-, Grün- oder Türkistöne als Akzentfarbe geben dem Raum einen frischen, jugendlichen Charakter. Die Signalfarbe Rot wirkt in Kombination mit Schwarz-Weiß zugleich elegant und leidenschaftlich. Pastelltöne dagegen geben dem Raum ein etwas sanfteres, feminines Flair. Vorsicht vor leuchtendem Gelb: Die Farbkombination Schwarz-Gelb ist in der Natur eine Warnfarbe, die Aggressivität oder Gift signalisiert – Wespen zeigen das. Eine gute Alternative ist ein warmes Ockergelb. Bunte Farbtupfer zeigen verspielte Fröhlichkeit; auch sie sollten allerdings sparsam eingesetzt werden. Generell gilt: Je kräftiger die Akzentfarbe, desto weniger davon ist nötig. Zu viel verdirbt die Wirkung.

Kissen mit geometrischen Mustern in Schwarz-Weiß auf einer weißen Couch

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Geometrische Muster

Die Klarheit einer schwarz-weißen Einrichtung wird durch geometrische Formen betont. Für die die Möbelformen gilt: Je schlichter, desto besser – ebenso wie für Accessoires. Kräftige geometrische Muster machen sich gut auf Sofakissen und dem Teppich. Auch Bilder mit geometrischen Mustern sehen stark aus. Das dürfen gerne auch Schwarz-Weiß-Fotografien mit harten Kontrasten sein, deren Motiv eine geometrische Struktur zeigt – beispielsweise ein Treppenhaus, eine Skyline oder rhythmisch angeordnete Strandkörbe. Das Schöne dabei: Verschiedene in Schwarz-Grau-Weiß gehaltene geometrische Muster lassen sich frei kombinieren, denn sie passen eigentlich immer zusammen.

Hell, freundlich, modern: Skandinavisch Wohnen

Hell, freundlich, modern: Skandinavisch Wohnen

Sich mit skandinavischem Flair einzurichten, ist seit Jahren im Trend. Kein Wunder, denn dieser Stil ist gleichzeitig freundlich und funktional: Klare, ergonomische Möbelformen, natürliche Materialien, viel Weiß kombiniert mit kräftigen, fröhlichen Farben – genau das Richtige also zum Wohlfühlen.

Helligkeit für die dunkle Jahreszeit

Licht und Farbe spielen eine besondere Rolle im skandinavischen Stil, denn die langen dunklen Winterabende in den Ländern Nordeuropas verlangen nach einer Einrichtung in hellen, klaren Farben. Wenn dann der Sommer mit seinem intensiven, schräg einfallenden Licht kommt, leuchten kräftige Farben besonders fröhlich. Beliebt ist daher die Einrichtung mit überwiegend weißen Möbeln, Wänden und Bodenbelägen, die mit farbenfrohen Textilien kombiniert werden. Kissen, Decken, Vorhänge und Teppiche zeigen leuchtende Farben in grafischen Mustern. Lampen und große Fenster spielen eine wichtige Rolle, um drinnen für Helligkeit zu sorgen, auch wenn draußen die Tage kurz und grau sind. Eine skandinavisch eingerichtet Wohnung ist eine Insel von Licht und Gemütlichkeit in der Dunkelheit.

Wohnzimmer mit weißen Möbeln und hellem Fußboden in Kombination mit Naturtönen

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Natürliche Materialien, harmonische Formen

Zum freundlichen Eindruck trägt auch die Verwendung von natürlichen Materialien wie Holz, Leder, Leinen, Baumwolle und Rattanrohr bei, oder von uralten Werkstoffen der Menschheit wie Glas und Keramik. Diese Materialien verströmen natürliche Gemütlichkeit, gerade weil sie nicht in schweren rustikalen oder klassizistischen Formen verarbeitet werden, sondern mit moderner Leichtigkeit und Klarheit.

Die karge skandinavische Landschaft ist eine der Haupt-Inspirationsquellen für das Möbeldesign: Organisch geschwungene Formen treffen auf klare Linien und Kanten, wie man sie in den Bergen Norwegens findet. Beispielsweise wird ein Tisch, dessen Umriss eine einzige rechtwinklige Linie bildet, mit Stühlen kombiniert, die ebenfalls aus einer einzigen Linie bestehen – aber aus einer harmonisch geschwungenen, die die Form des menschlichen Rückens ergonomisch genau nachbildet.

Esszimmer mit großer Fensterfront und großzügigem Esstisch mit weißen Holzstühlen

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Moderne, klare Linien

Diese Klarheit in der Linienführung rührt daher, dass der skandinavische Stil ebenso jung ist wie die skandinavischen Länder selbst, die überwiegend erst Anfang des 20. Jahrhunderts unabhängig wurden. Demzufolge entwickelten sie ihren charakteristischen Nationalstil in der frühen Moderne, unter Einfluss des Bauhaus-Stils.

Von skandinavischen Möbeldesignern stammen viele moderne Klassiker des 20. Jahrhunderts: So der stapelbare Stuhl aus Sperrholz und Stahlrohr mit der taillierten Rückenlehne von Arne Jacobsen, der S-förmig geschwungene Plastikstuhl von Verner Panton, die Artischocken-Lampe von Poul Henningsen oder Arvar Aaltos Glasvasen mit einer ausgebuchteten Grundfläche, die an einen Bergsee erinnert.

Diese zeitlos modernen Formen machen den skandinavischen Stil so universell einsetzbar. Er macht sich nicht nur nördlich des 55. Breitengrades gut, sondern verleiht auch mitteleuropäischen Wohnungen ein helles, freundliches, modernes Flair.