Struktur in der Wohnung und im Leben: Der minimalistische Wohnstil

Auf das Wesentliche reduziert – das ist das Prinzip des minimalistischen Wohnstils. Nur die wirklich nötigen Einrichtungsgegenstände finden einen Platz im Zimmer. Dabei wird auf hochwertige Materialien und Verarbeitung Wert gelegt. Die Reduzierung auf das Wesentliche heißt, dass die Einrichtung dafür besonders hochwertig sein muss. Jedes einzelne Element ist sorgfältig ausgewählt und erhält genügend Raum, um zu wirken. Große Flächen und klare Linien charakterisieren Einrichtung und Architektur. Die Gesamtwirkung ist durchdacht, strukturiert, ordentlich, geräumig. Diese Raumwirkung entfaltet sich besonders gut in offener, großzügig angelegter Architektur. Licht spielt eine wesentliche Rolle, deswegen sind große Fensteröffnungen oder ein durchdachtes Beleuchtungskonzept wichtig.

Zurückgenommene Farben, moderne Materialien

Die Farbgebung ist verhalten. Weiß, Grau und Beige dominieren den Raumeindruck – ergänzt und hervorgehoben von einem einzelnen Farbakzent. Böden und Wände sind einfarbig, auf keinen Fall gemustert oder texturiert. Deswegen kommen als Baumaterialien vor allem Beton, Glas, Stahl und Natursteine in Frage. Der Boden kann auch aus einem hochwertigen Linoleum bestehen. Parkett oder Kacheln würden die Fläche optisch aufteilen und eignen sich eher nicht.

Großzügiges Wohnzimmer in Grau, Schwarz und Weiß mit gradlinigen Möbeln

© XtravaganT / Fotolia.com

Klares Design

Auch für die Möbel gilt: Weniger ist mehr. Sowohl in der Anzahl der Möbel als auch in ihrem Design. Die Formen sind schlicht und klar, mit harten Kanten und geraden Linien. Dabei gilt die Devise des Architekten Louis Sullivan: Form follows function. Jedes Möbelstück hat diejenige Form, die zur Erfüllung seiner Funktion am sinnvollsten ist – ohne alle überflüssigen Ornamente. Daraus erwächst eine Understatement-Eleganz, deren Ästhetik aus dem Verhältnis der Objekte zueinander, dem Zusammenspiel von Proportionen, Linien und Oberflächen entsteht. Metall, Glas, Kunststoff und glatte Oberflächen wie Leder heben die klaren Linien hervor. Denn jedes Möbelstück soll für sich wirken – Schnörkel, Zierdeckchen, Deko-Gegenstände und Klimbim sind ein No-Go. Damit ist aber nicht gemeint, dass ein Möbel als Solitär ohne Rücksicht dasteht. Im Gegenteil: Die Wirkung eines schlichten Tischs, einer Wohnwand oder eines Sofas entfaltet sich dann am besten, wenn sie gut auf die Proportionen des Raums abgestimmt sind und in einem maßstäblichen Verhältnis zu den übrigen Möbeln stehen. Maßanfertigungen mit ihrer perfekten Verarbeitung und Maßgenauigkeit sind daher im minimalistischen Wohnstil besonders sinnvoll.

© archideaphoto / Fotolia.com

© archideaphoto / Fotolia.com

Staubfänger adé

Damit Minimalismus wirkt kann, darf natürlich kein Krimskrams herumstehen. Das Zimmer muss immer aufgeräumt sein. Der minimale Wohnstil ist der Kult der Leere und Ordnung. Alles Kleinteilige verschwindet hinter den glatten Oberflächen einer Wohnwand. Regale sind groß, regelmäßig und keinesfalls vollgepfropft. Sie müssen ihre Form und ihre Großzügigkeit bewahren.

Einzelne Dekorationen heben die Schlichtheit der sonstigen Einrichtung hervor – ein markantes Bild, eine beeindruckende Vase, eine Designer-Lampe. Wichtig ist, dass es bei ganz wenigen, dafür hochwertigen Objekten bleibt. Dann drückt die Einrichtung im minimalistischen Stil eine Lebenseinstellung aus: Ein geordneter Geist, der sich entschieden hat, was in seinem Leben wichtig ist – und alles Übrige weglässt.

4 thoughts on “Struktur in der Wohnung und im Leben: Der minimalistische Wohnstil

  • 29. November 2015 at 22:02
    Permalink

    mein absoluter Favorit! Gerade wenn ein bisschen Metall ins Gesamtkonzept integriert wird, finde ich minimalistisch ganz toll!

    Reply
  • 3. Dezember 2015 at 11:12
    Permalink

    Farbakzente sollten nicht fehlen. Sonst ist es zu eintönig und kalt.

    Reply
    • 14. Dezember 2015 at 14:39
      Permalink

      Das ist selbstverständlich.. Gehören in jedes gute Wohnkonzept. Wichtig ist das „nicht zu viel“

      Reply
  • 22. Januar 2016 at 16:12
    Permalink

    Wenn der minimalistische Wohnstil für Struktur im Leben sorgt, dann bin ich sofort dabei! :)

    Reply

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *